Gemeinschaftswerkstatt mit Topfenkipferl-Extra

Wenn Babsi Daum die Herkunft des Namens ihrer Gemeinschaftswerkstatt KuKaKi (Kunst, Kaffee & Kipferl) erklären will, muss sie ein wenig ausholen. Sie erzählt dann von den künstlerischen Aktivitäten, die sie gemeinsam mit Doris Neidl und Rita Kämmerer in der Molkereistraße ausübt. Sie erwähnt die Bedeutung von Kaffee, „denn ganz wichtig ist es mir, die Kunst auch mit dem Leben, dem Essen und Trinken sowie dem geselligem Beisammensein zu verbinden. Dabei kommt man gut ins Gespräch.“ Und schließlich kommt sie auf die Topfenkipferlrezepte ihrer Urgroßmutter zu sprechen, die von Generation zu Generation bis zu ihr selbst weitergegeben wurden.

Seit 2008 betreibt Babsi Daum die Gemeinschaftswerkstatt im Stuwerviertel. Die ausgebildete Buchgrafikerin macht dabei „ganz viel mit Papier“. Sie lasse sich „von einem Text, der mir gut gefällt, inspirieren und versuche meine Ideen dazu dann adäquat umzusetzen.“ Sich dabei stur am Text zu orientieren ist ihr „zu langweilig“, weshalb sie sich auch nicht als klassische Illustratorin bezeichnen würde.

Die Zweite im Bunde ist Doris Neidl. Die gebürtige Oberösterreicherin, die in Linz Malerei und Grafik studiert hat, ist seit 2011 Teil der Gemeinschaftswerkstatt. Doris bezeichnet sich selbst als Druckgrafikerin. „Ich arbeite mit Text, im Gegensatz zur Babsi auch illustrativ, habe zum Beispiel Elias Canetti illustriert und Texte von ihm visuell umgesetzt.“ Die Künstlerin Rita Kämmerer komplettiert das Trio seit Sommer 2014 und kam über einen mit Babsi Daum gemeinsam absolvierten Jogakurs in die Gemeinschaftswerkstatt. Kämmerer, die an der ZIS Holzhausergasse „Arts education“ unterrichtet, arbeitet sehr stark thematisch. „Meistens geht es dabei um Dinge, die mich persönlich interessieren. Ich arbeite mich quasi an meiner Umgebung ab, derzeit beschäftige ich mich sehr intensiv mit Österreich, meiner neuen Heimat“, erklärt die gebürtige Deutsche.

Die Gemeinschaftswerkstatt ist für die drei Künstlerinnen die ideale Umgebung, um nicht ständig alleine vor sich hin werkeln zu müssen. „Es ist sehr fein, zwischendurch mal miteinander einen Kaffee zu trinken und sich auszutauschen“, erklärt Rita. „Wenn eine von uns laut überlegt, wie man etwas aufhängen oder anordnen kann, kommen natürlich oft Ideen von einer der anderen beiden“, unterstreicht Babsi. Gleichzeitig bieten die Räumlichkeiten genug Möglichkeiten, sich in seine eigene Arbeit zurückzuziehen.

Als „Aushängeschild nach außen“ bezeichnet Babsi die Vitrinen der Gemeinschaftswerkstatt, die unter dem Titel „Arbeit in Auslage“ im 5 bis 8 Wochen-Rhythmus von wechselnden Künstlerinnen und Künstlern bespielt werden. „Zu den Vernissagen kommen immer auch viele Leute aus dem Grätzl, so kommt man ganz gut miteinander ins Gespräch. Die nächste Möglichkeit, um bei einer Vernissage ins Gespräch zu kommen, bietet sich diesen Sonntag (21. Februar): Zwischen 11 und 13 Uhr findet die Vernissage zur „Arbeit in Auslage“-Ausstellung „Charmsinen“ tatt. Babsi setzt sich dabei gemeinsam mit den Künstlerinnen astrid*walenta und Katrinamuri mit der Person des russischen Literaten Daniil Charms und seinen Texten auseinander (Ausstellungsdauer: 21. Februar bis 27. März 2016).
Dieser Beitrag erschien in modifizierter Form bereits auf dem ImGrätzl-Blog.

get in contact: Kukaki – Werkstatt für Papier, Druck und Buch, Stuwerstraße 24/4, www.kukaki.at (Website von Babsi Daum), www.dorisneidl.net & www.rita-kaemmerer.de

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