#CreativeLeopoldstadt (5): Thomas Poganitsch

Es sollte ein Aufbruch ins Neue werden: Vor eineinhalb Jahren begann der in St. Margareten im Rosental (Bezirk Klagenfurt-Land) geborene Thomas Poganitsch damit, seine kreativen Ideen in die Tat umzusetzen. „Ich wollte von der Idee, über die Fertigung, bis hin zum Marketing und dem Verkauf den gesamten Prozess selbst durchführen. Es war ein Versuch, wie weit man mit seiner eigenen Idee kommt. Ob man es schafft, seine Idee tatsächlich in ein Produkt zu gießen“, erklärt Poganitsch. Das Produkt, mit dem er diesen Selbstversuch unternahm, waren Vögel, die als Wanddekoration für Innen- und Außenwände verwendet werden können. „Die Vögel stehen sinnbildlich auch ein bisschen für meine eigene damalige Situation, in der ich meiner Idee Flügel verleihen wollte.“

Thomas PoganitschAngefangen hat er mit einfachen Tonmaterialien. Den idealen Werkstoff hat er schließlich mit einer Keramik-Gießmasse gefunden, die die seidenmatte Oberfläche gut zur Geltung bringt. „In dieses Material habe ich mich sofort verliebt“, erzählt Poganitsch, der in Wien im 4. Bezirk wohnt. Seine Werkstatt befindet sich in der Ulrichgasse in der Leopoldstadt. „Wenn man vom vierten Bezirk kommt und mit dem Rad über den Ring in Richtung zweiter Bezirk fährt, ist der Sonnenuntergang am Abend auf der Aspernbrücke traumhaft. Ich bleibe dann fast immer stehen und mache mein wahrscheinlich tausendstes Foto. Die Stadt öffnet sich an diesem Ort komplett“, erzählt Poganitsch.

In der Ulrichgasse befindet sich der Kunstkanal, den Poganitsch „sein zweites Zuhause“ nennt. Auf 650 Quadratmetern bietet der 2012 gegründete Verein Arbeitsplätze, Ateliers und Werkstätten für Künstler, Kreative und Start-Ups. Neben seinem Arbeitsort hat Poganitsch mittlerweile auch andere Orte im zweiten Bezirk schätzen gelernt: das Eatalico auf der Praterstraße („sehr gute Pizza“) sowie Karmelitermarkt („abends auf einen Spritzer“), Augarten und Donaukanal. Fasziniert ist er auch von der Stimmung in der Leopoldstadt. „Ich empfinde das hier mitunter fast als ferienhaft, es ist viel lockerer als in anderen Bezirken. Auch diese Offenheit macht den Bezirk für mich aus.“

Für Poganitsch hat sich der Aufbruch vor eineinhalb Jahren jedenfalls gelohnt, mittlerweile kann er von seinen Vögeln leben. Doch auch bei ihm war aller Anfang schwer. „Es war natürlich ein extremer Kampf mit mir selbst und ich war total unsicher und habe mich gefragt, ob das überhaupt jemand kaufen will. Ein schönes Produkt bringt ja nichts, wenn es keinen Markt dafür gibt“, blickt er zurück. Doch die anfänglichen Sorgen sollten sich als unbegründet herausstellen. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das alles so schnell gehen wird. Neben all der Arbeit gehört wohl auch ein Riesenbatzen Glück dazu. Es hat sich irgendwie immer etwas ergeben und Türen haben sich geöffnet.“ Seinen Job in der Kreativabteilung von Lomo im fünfzehnten Bezirk konnte Poganitsch mittlerweile an den Nagel hängen, auch wenn ihm das nicht leicht fiel. „Ich habe dort schweren Herzens gekündigt. Aber der Wunsch, sich komplett auf seine eigenen Dinge zu konzentrieren, war einfach größer.“

Derzeit konzentriert sich Poganitsch auf die bestmögliche Platzierung seiner aktuellen Produktpalette, zu der neben Keramikvögeln auch vergoldete Keramikvögel, Betonvögel oder (an Stangen befestigte) Zugvögel gehören. „Es ist immer die große Frage, ob ich nach den Vögeln etwas Neues mache. Ich habe viele Ideen gehabt, bin aber letzten Endes doch immer wieder bei den Vögeln gelandet. Also bleibe ich im Moment dabei und konzentriere mich darauf, ihren Bekanntheitsgrad zu heben. Vielleicht kommt ja irgendwann mal der Punkt, an dem ich etwas anderes mache.“ Poganitsch verkauft seine Produkte mittlerweile in (fast) die ganze Welt, via Onlineshop fliegen die Vögel via Direktversand bis in die USA oder Kanada. Wer in Österreich zu Hause ist, kann seine Produkte auch bei einer Reihe stationärer Händler kaufen.

Für die Polditown-Leserinnen und Leser hat Thomas einen Keramikvogel zur Verfügung gestellt. Wenn Du den Vogel gewinnen willst, sende ein E-Mail an polditown@gmx.at (Kennwort: „Ich würde so gerne den Keramikvogel gewinnen“). Die/der Gewinner/in wird unter allen eingelangten E-Mails (Einsendeschluss 30. September 2015) verlost.

get in contact:
www.thomaspoganitsch.at – Thomas Poganitsch auf Facebook – Thomas Poganitsch auf Instagram

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