#CreativeLeopoldstadt (3): Alexandra Petschar, „Lense a part“

Die meisten Menschen benutzen eine Fotokamera, um damit zu fotografieren. Bei Alexandra Petschar ist das anders. Die 37-Jährige nimmt sich viel lieber die Objektive von kaputten Kameras vor und stellt aus den Einzelteilen Schmuck her.

Alexandra Petschar Lense a part„Vor vier Jahren habe ich mal aus Neugierde das Objektiv einer kaputten Kamera auseinandergenommen. Ich habe es dann natürlich nicht mehr geschafft, es wieder zusammenzusetzen. Also habe ich mir aus einem der übrig gebliebenen Teile einen Armreifen gemacht“, erzählt Alexandra beim Gespräch im Kunstkanal in der Ulrichgasse. „Einer Freundin hat der Armreif sehr gut gefallen und so zog das langsam kleine Kreise. Seit letztem Jahr produziere und verkaufe ich die Schmuckstücke unter meinem Label Lense a part.“

Den zu ihrem Handwerk passenden Firmennamen hatte Alexandra schnell beisammen: „Lense“ ist die englische Übersetzung für Objektiv, „apart“ lässt sich wahlweise zusammen oder getrennt („a part“) übersetzen. „Wörtlich übersetzt heißt meine Firma also ‚Objektiv ein Teil’“, erklärt Alexandra. Für ihre Produkte benutzt Alexandra fast ausschließlich Objektive von kaputten Analogkameras. Angefangen hat es mit Armreifen, mittlerweile fertigt sie auch Ohrringe, Ketten und Ringe. Nicht immer bleibt dabei der ursprüngliche Zweck des Schmuckstücks auch nach der Verarbeitung noch sichtbar. Alexandras Fokussierung auf das Objektiv hat einen einfachen Grund: „Das Objektiv bietet einfach die meisten Möglichkeiten. Wenn man das Objektiv auseinander nimmt, erhält man ganz viele kleine Einzelteile. Bei der Irisblende liegen zum Beispiel Lamellen auf, die sich gut weiterverarbeiten lassen. Oder ein Ausschnitt aus dem Blendenring, der übrig bleibt, wenn ich einen Armreifen anfertige. Daraus lässt sich dann zum Beispiel ein zum Armreifen passender Ring herstellen.“

Seit 2012 befindet sich ihr Arbeitsplatz im Leopoldstädter Kunstkanal, einem Verein, der nicht nur temporäre Ausstellungs- und Projektflächen anbietet, sondern auch Werkstätten und Arbeitsplätze für Start-Ups und kreative Köpfe. „Es war eigentlich Zufall, dass ich hier gelandet bin. Die Anzeige des Kunstkanals in der Zeitung war die erste, bei der ich angerufen habe. Und das hat dann gleich geklappt. Von da an ist es mit meinem Label steil nach oben gegangen, wofür sicher auch der interessante Austausch hier im Kunstkanal verantwortlich ist. Dank der anderen kreativen Leute entwickelt man sich ganz anders, als wenn man nur alleine in seinem Kämmerlein vor sich hin produziert.“

Mittlerweile verkauft Alexandra ihre Schmuckstücke sowohl in Shops als auch online via Etsy und Lieblingsbrand. Immer wieder ist sie auch auf Märkten oder Messen vertreten. „Das Bekanntmachen deiner Marke ist das Um und Auf. Wenn dich keiner kennt, kaufen die Leute auch nicht wirklich deine Produkte. Deshalb war ich auf vielen Designmärkten in Wien und Umgebung unterwegs. Einen meiner ersten Stände hatte ich bei einem Markt im Augarten.“ Heuer war Alexandra sogar auf der Blickfang in München. Ein ganz bewusster Schritt ins Ausland, denn „ich finde es wichtig, nicht nur in Wien zu bleiben, sondern generell den heimischen und länderübergreifenden Markt im Blick zu haben.“

Noch kann Alexandra ihren Lebensunterhalt nicht alleine mit den Erlösen von Lense a part bestreiten. Deswegen ist sie nebenbei immer wieder in ihrem ursprünglichen Job als Controllerin tätig. „Das sind aber immer nur zeitlich strikt abgesteckte Einzelprojekte, damit ich mich dann auch wieder ausreichend meinem Label widmen kann.“

Alexandra wohnt im vierten Bezirk und pendelt zu ihrer Werkstatt im Kunstkanal in die Leopoldstadt. „Leider sind die Preise im zweiten Bezirk ziemlich in die Höhe gegangen, sonst wäre eine Wohnung hier im Bezirk sicher auch nicht uninteressant.“ Neben dem Kunstkanal, wo sie naturgemäß besonders viel Zeit verbringt, ist Alexandra besonders gerne in der New Bar in der Rotensterngasse. „Vor allem im Sommer ist das zum Draußensitzen sehr nett. Und natürlich bin ich auch gerne am Donaukanal unterwegs, zum Beispiel bei der Hafenkneipe.“

Selbst zu fotografieren zählt übrigens nicht zu Alexandras Leidenschaften. „Ich hatte mal so meine Versuche. Aber es gibt viele Leute, die besser fotografieren können. Und soviel Spaß hat es mir dann auch nicht gemacht. Aber die alten Teile einer Kamera habe ich schon immer cool gefunden.“ Zum Glück, denn sonst würde es Lense a part heutzutage wohl nicht geben.

Für die Polditown-Leserinnen und Leser hat Alexandra eine Lense a part-Kette zur Verfügung gestellt. Wenn Du die Kette gewinnen willst, sende ein E-Mail an polditown@gmx.at (Kennwort: „Ich würde so gerne die Lense a part-Kette gewinnen“). Die/der Gewinner/in wird unter allen eingelangten E-Mails (Einsendeschluss 20. September 2015) verlost.

get in contact:
www.lenseapart.comLense a part auf Facebook – Lense a part auf Instagram

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