Praterleut‘ (1): Duška

Im Jahr 2016 jährt sich die Öffnung des Praters für die Bevölkerung zum 250. Mal. Grund genug, im Rahmen der Serie „Praterleut’“ Menschen vorzustellen, die mit dem Prater privat oder beruflich in Verbindung stehen. Den Beginn macht heute Duška, die seit einem halben Jahr in der Leopoldstadt wohnt und als Hobbyläuferin den Prater sofort in ihr Herz geschlossen hat.

Bevor Duška im vergangenen Sommer in die Leopoldstadt gezogen ist, konnte sie mit dem zweiten Bezirk nur relativ wenig anfangen. Irgendwo hinterm Donaukanal gelegen, selbst Prater und Riesenrad kannte sie nur vom Hörensagen. Wenn die begeisterte Joggerin ihrem Lieblingssport nachgehen wollte, tat sie das bis zum Vorjahr im Währinger Türkenschanzpark, der in der Nähe ihrer Wohnung im 19. Bezirk lag. Dass Duška dann letztlich im zweiten Bezirk landete, war Zufall. „Ich wollte vor allem ein bisschen zentraler wohnen“, erzählt sie. Geworden ist es schließlich eine Wohngemeinschaft in der Czerningasse, überzeugt hat sie die zentrale Lage, das Czerninviertel-Flair und – natürlich – der nahe Prater.

Laufen geht die gebürtige Serbin, die in Luxemburg aufgewachsen und später mit ihrer Familie nach Wien gezogen ist, seit ihrem vierzehnten Lebensjahr. „Vor allem weil es Spaß macht und man dabei den Kopf frei bekommt“, erzählt Duška. Warum sie seit ihrem Umzug in den zweiten Bezirk am liebsten im Prater läuft, ist schnell erklärt: „Man kann die Strecken dort sehr variabel gestalten und neben der Hauptallee verlaufen nicht-asphaltierte Wege entlang der vier Kilometer langen Strecke vom Praterstern bis zum Lusthaus. Die sind wesentlich besser und gesünder für die Knie“, sagt Duška. Für die 25-Jährige sind das klare Standortvorteile gegenüber den asphaltierten Wegen entlang des Donaukanals oder dem im Vergleich zum Prater eher kleinen Augarten.

Und so ist Duška selbst an dunklen Wintertagen vor beziehungsweise nach dem Büro mindestens dreimal die Woche im Prater unterwegs und genießt dabei die frische Luft („Laufbänder in Fitnesscentern finde ich so deprimierend“). „In der Früh bin ich lieber alleine unterwegs, da habe ich gerne meine Ruhe und will mich beim Laufen nicht auch noch unterhalten.“ Abends sind dann schon mal ein Freund oder ihr Bruder mit von der Partie. In der Regel läuft sie die Hauptallee entlang, ab und zu biegt sie auf Höhe der Tangente ab und trabt durch den Wald. Hin und wieder geht es auch am Heustadelwasser entlang. Nach vierzig bis sechzig Minuten ist Duška mit ihren Runden fertig. Neben den Hobbyläufen im Prater hat sie auch bereits an einem Wiener Halbmarathon sowie am niederösterreichischen Wildsau-Run teilgenommen. Beim Stichwort Wildsau-Run kommt Duška auch auf einen der wenigen Nachteile des Laufens im Prater zu sprechen: Denn das ehemalige kaiserliche Jagdrevier ist dafür kein optimales Vorbereitungsgelände, da es hier zu flach und eben ist. Die kurzen Anstiege auf den Konstantinhügel oder den Piz Jesuit bei der Jesuitenwiese sind nicht vergleichbar mit dem, was die LäuferInnen beim Wildsau-Run erwartet.

Besonders angetan hat es ihr im Prater dafür das Wechselspiel der Jahreszeiten. „Ich mag es, wenn es im Sommer warm und grün ist, das Leben pulsiert und so viele Menschen unterwegs sind. Die Leute gehen spazieren, spielen miteinander oder liegen auf den Wiesen. Später im Jahr, wenn sich dann im Herbst die Blätter gelb und gold verfärben, ist es im Prater fast schon kitschig schön. Besonders toll ist dann das Schattenspiel der Bäume am Nachmittag.“ Und auch im Winter kann Duška dem Prater etwas abgewinnen, auch durch Schneefall lässt sie sich nicht vom Laufen abhalten. „Das ist kein Problem, in der Mitte der Hauptallee wird bei Schnee gestreut, da kann man dann ganz normal laufen. Nur im Herbst bin ich mal auf den feuchten Blättern ausgerutscht, aber das war auch nicht schlimm.“

Auf die anderen Läuferinnen und Läufer achtet Duška eher selten, die meisten hören ohnehin Musik und konzentrieren sich auf ihr eigenes Tempo, nur hin und wieder grüßt man einander. „Trifft man an einem kalten Wintertag eine andere Frau beim Laufen, kann es aber schon mal vorkommen, dass man sich einen anerkennenden Blick zuwirft“, erzählt Duška. Seit Jahresbeginn sei übrigens generell wieder mehr los auf der Hauptallee, „viele dürften sich ihre guten Vorsätze für das neue Jahr noch zu Herzen nehmen“, orakelt Duška über die Gründe.

Neben der sportlichen Betätigung nutzt Duška den Prater mittlerweile natürlich auch für andere Unternehmungen. Im Wurstelprater haben es ihr Crazy Mouse und das Kettenkarussell angetan, am Wochenende war sie früher gerne in der Pratersauna unterwegs. „Da muss man jetzt mal abwarten, wie sich der Club unter dem neuen Eigentümer entwickelt“, sagt Duška, die in der Leopoldstadt sonst die New Bar empfehlen kann. Angetan haben es ihr auch die vielen Hofdurchgänge zwischen Czerningasse und Praterstraße. Lediglich aufs Riesenrad hat sie es bis heute nicht geschafft. Aber diese Attraktion läuft ihr wohl auch nicht so schnell davon.

Eine Übersicht über Laufstrecken im Prater (inkl. Streckenprofil auf Runtastic) sowie Lauftreffs findet ihr unter anderem hier: www.wienläuft.at.

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