#LeopoldstadtWählt (2/3): Uschi Lichtenegger, Die Grünen

Im Vorfeld der Gemeinde- und Bezirksvertretungswahlen habe ich mich mit VertreterInnen der in der Leopoldstadt kandidierenden Parteien getroffen und über ihre Lieblingsplätze und Pläne für den Bezirk gesprochen. Aus der Reihe #LeopoldstadtWählt folgt heute Teil 2 mit Uschi Lichtenegger (Grüne).

Eineinhalb Jahre hatte Uschi Lichtenegger, Spitzenkandidatin der Leopoldstädter Grünen, nach einer Wohnung im zweiten Bezirk gesucht, dann war es endlich soweit: Im Jahr 2002 zog die gebürtige Waldviertlerin in die Nähe des Volkertmarkts. Sehr gelegen kam ihr damals, dass in ihrem Viertel gerade ein neues Grätzelmanagement gegründet wurde. „Dadurch habe ich viele Leute kennengelernt und so entstand auch der Kontakt zu den Grünen.“ Zu schätzen gelernt hat Uschi Lichtenegger damals auch die Lokalszene rund um den Volkertmarkt. Vor allem das Gasthaus Na Und hatte es ihr angetan. „Das war mein Stammbeisl. Wenn ich abends zum Stammtisch gekommen bin, habe ich mir immer von allen anhören können, was die Grünen an diesem Tag gutes oder schlechtes gemacht haben. Die waren immer bestens informiert“, erinnert sich Lichtenegger. Doch das Na Und verschwand und mit ihm die Stammgäste. „Ich vermisse das Lokal und die Leute. Die Preise waren damals noch so, dass sich die Leute aus dem Grätzel das leisten konnten. Jetzt gibt’s sowas leider nicht mehr“, erzählt Lichtenegger.

Uschi Lichtenegger mit ihrer Hündin bei der Hundezone Ecke Kaiserallee/Hauptallee
Uschi Lichtenegger mit ihrer Hündin bei der Hundezone Ecke Kaiserallee/Hauptallee

Mittlerweile hat Lichtenegger vieles an dem Bezirk zwischen Donau und Donaukanal schätzen gelernt. Als Hundebesitzerin genießt Lichtenegger die Grünräume des Bezirks sowie den Volkertmarkt und den alten Teil des Nordbahnhofs, „dort, wo noch die Gleise liegen“. Die Vorliebe für die Nordbahnhofgründe und deren Entwicklung kommt ihr auch zugute, wenn sie über die drei großen Themen spricht, die den Grünen in diesem Leopoldstädter Wahlkampf am Herzen liegen. „Am Nordbahnhof haben wir der Entwicklung eine ganz andere Richtung geben können: Für mehr Bürgerbeteiligung und für den Erhalt des alten Wasserturms, aus dem nach Vorbild des WUK mal eine selbstverwaltete Kultureinrichtung werden soll“, zählt Lichtenegger auf.

Unterstützung für ihre Vorhaben bekommt Uschi Lichtenegger aus dem Stadtentwicklungsressort von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.
Rückendeckung für ihre Vorhaben bekommt Uschi Lichtenegger aus dem Stadtentwicklungsressort von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.

Ein Thema, das von den Grünen in den Wahlkampf getragen wurde, ist die Verkehrsberuhigung der Praterstraße. „Wir haben diesen Prozess mit Gesprächen begonnen und viel Zustimmung erfahren. Alle waren sich einig, dass etwas getan werden muss. Nur über die Ausrichtung der Veränderung gibt es natürlich unterschiedliche Ansichten“, beschreibt Lichtenegger den Stand der Dinge. Konkret stellen sich die Grünen die Praterstraße mit je einer Autospur vor, die nicht für den Durchzugsverkehr geeignet sein soll. Dieser soll stattdessen über die Franzensbrückenstraße fließen, „die dafür gemacht ist und deshalb leider so aussieht wie sie aussieht“. Helfen soll bei der Verkehrsberuhigung auch die Ausweitung der 365-Euro-Netzkarte ins Wiener Umland, „denn dann würden viel weniger Leute mit dem Auto reinpendeln.“ Erfahrungswerte aus der Umgestaltung der Mariahilferstraße sollen in den Prozess einfließen, Lichtenegger will „Bürgerforen veranstalten und die Leute mitreden lassen“.

Der Erhalt von öffentlichem (Grün)-Raum ist das dritte zentrale Thema der Grünen. Das betrifft in der Leopoldstadt sowohl den Donaukanal als auch die Kaiserwiese. „Es rücken viele Begehrlichkeiten an den Prater heran. Da müssen wir aufpassen, dass nichts abgezwackt wird. Es gibt zahlreiche Sportwidmungen im Prater, auf denen zum Beispiel auch ein Sporthotel gebaut werden könnte. Da heißt es wachsam sein“, sagt Lichtenegger. Beim Dauerthema Kaiserwiese hält Lichtenegger die Sechzig-Tage-Lösung des Bezirks für nicht praktikabel, da die besagte Anzahl der Tage laut Berechnungen der Bürgerinitiative bereits während der Wiener Wiesn ausgeschöpft worden seien. „Kleine Veranstaltungen ja, aber für die Wiesn braucht es einen anderen Ort“, lautet Lichteneggers Formel.

Für die Bezirksvertretungswahlen erhofft sich Lichtenegger einen Mandatsgewinn und vor allem eine rege Wahlbeteiligung, insbesondere der jungen Leute. „Wahlen sind ein demokratisches Recht. Jahrzehntelang haben sich Menschen für dieses Recht, teilweise unter Lebensgefahr, eingesetzt. Das sollte man auch heute noch honorieren und schätzen“, erklärt sie. Nur wenig kann sie naturgemäß mit der Politik der FPÖ anfangen, diese säe „nur Zwietracht und Hass. Gerade junge Menschen sollten aber positiv denken, sich einbringen und auch Dinge einfordern“, so Lichtenegger abschließend.

get in contact:
Website Grüne Leopoldstadt – Blog Uschi Lichtenegger – Uschi Lichtenegger auf FacebookTwitter Grüne Leopoldstadt

Uschi Lichteneggers Lokaltipps:
Café Nelke und Fisch Insel am Volkertmarkt; Café Sperlhof („altes geniales Lokal mit Spielen und Büchern“); Café Einfahrt; Spezerei, Tachles und Harvest am Karmeliterplatz; Hafenkneipe am Donaukanal („im Sommer auch konsumfrei sehr nett zum Sitzen“) und das Magdas in der Laufbergergasse.

Polditowns beinhartes Leopoldstadt-Quiz:
1) Wie viele Einwohner hat die Leopoldstadt?
UL: Wir haben im letzten Jahr die 100.000er Grenze überschritten. Als ich das letzte Mal konkret nachgeschaut habe, waren es 101.500.
2) Wie hieß die Praterstraße vor ihrer Umbenennung im Jahr 1862?
UL: Jägerzeile
3) 1902 fand in der Leopoldstadt das erste Länderspiel einer österreichischen Fußball-Nationalmannschaft statt. Wo?
UL: Auf jeden Fall im Prater, südlich der Hauptallee würde ich schätzen.
4) Wo befand sich bis 1951 das berühmte Carltheater?
UL: Auf der Praterstraße, dort, wo jetzt der Galaxytower steht.
5) Wie viele Waggons hängen am Riesenrad?
UL: 12

Ergebnis: 3 ½ von 5 Punkte. Die Fragen 1 (per 1. Jänner 2015 waren es 101.000 Einwohner), 2 und 4 wurden richtig beantwortet. Für Frage 3 gibt es einen halben Punkt, denn der WAC-Platz liegt tatsächlich südwestlich der Hauptallee. Frage 5 wurde falsch beantwortet, denn am Riesenrad hängen 15 Waggons.

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